Faustball

 

Ein Video, das um die Welt ging!

Im Zuge der Europameisterschaft 2016 in Grieskirchen,wo dieses Video entstand, das einen kurzen Ausschnitt aus dem Vorrundenspiel zwischen der Schweiz und Deutschland zeigt. Dieser Spielzug ist ein fantastisches Beispiel dafür, wie ereignisreich ein Faustballspiel sein kann und welche sportlichen Fähigkeiten und was für ein Teamverständnis in einer Mannschaft vorhanden sind.

Was ist Faustball?

Das Faustballspiel ist ein Mannschafts-Kampfspiel und zählt zu den Rückschlagspielen. Als Kampfspiel zeigt es die kennzeichnenden Phasen der Abwehr des gegnerischen Angriffes (Ballaufnahme), den Aufbau des eigenen Angriffes und schließlich den Angriff selbst. Eine nach dieser Tatsache gestaltete planvolle Spielführung setzt die Beherrschung des Balles nach den durch die Spielregeln gegebenen Möglichkeiten voraus.

Die Ball-Technik (Ballschule) zeigt die verschiedenen Arten der Ballbehandlungen, die alle von einer technischen Grundschule her ihren Ausgang nehmen.

Als Mannschafts-Spiel verlangt es für jede Kampfphase die Mitarbeit aller zur Verfügung stehender Spieler.

Technik und Taktik zusammen machen das Spiel aus; keines kann ohne das andere bestehen. Mit der Beherrschung beider Teile, verschmelzen diese Voraussetzungen zum eigentlichen Spiel, indem sie einander unterstützend dem Spielgedanken dienen: Den vom Gegner zugeschlagenen Ball wieder zurückzuspielen, und zwar so lange, bis ein Fehler gemacht wird, der einen Spielgang beendet. Dabei ist es das Ziel jeder Mannschaft, den Ball so über die Leine zu schlagen, dass dem Gegner der Rückschlag nicht gelingt oder möglichst erschwert wird.

– Hermann Türk

 

Regeln des Faustballsports

Zwei Mannschaften mit je fünf Spielern stehen sich auf einem 20×50 m großen Spielfeld (Halle 20×40 m), getrennt durch ein in zwei Meter  Höhe gespanntes Netz (früher Leine) gegenüber. Grundidee ist es, den luftgefüllten Hohlball in der gegnerischen Hälfte so zu platzieren, dass der Gegner diesen nicht erreichen kann. Der Ball wird mit der Faust oder mit dem Arm geschlagen.

Faustball ist sowohl eine Feld als auch eine Hallensportart. Das Feld ist durch eine Mittellinie getrennt, worüber  in zwei Meter Höhe ein sechs Zentimeter breites Netz an zwei feststehenden Pfosten (Steher) gespannt ist. Drei Meter von der Mittellinie entfernt ist die Angabelinie markiert.

Der Spielball ist ein Hohlball mit einem Gewicht vor Spielbeginn von 320 – 380g, einem Umfang von 62 – 68 cm. Und einem druck von 0,55 – 0,75 bar.

Eine Mannschaft besteht aus fünf Spieler und drei Austauschspielern, die bei Spielunterbrechung oder bei Angaberecht beliebig oft ausgewechselt werden können. Gespielt wird nach Sätzen ( Klassen und Liga spielen auf zwei bzw. drei Gewinnsätze)

Der Spielgang beginnt mit der Angabe und endet mit dem ersten darauffolgenden Fehler. Der Ball darf von jeder Mannschaft dreimal direkt oder indirekt (mit einem Bodenkontakt) gespielt werden. Beim Überschlag über das Netz muss der Ball im gegnerischen Feld den Boden berühren, oder einen Gegenspieler. Zwei- oder mehrmaliges berühren des Bodens oder Berührung des Netzes gelten ebenso wie >>Aus<< geschlagene Bälle als Fehler.

– ÖFBB

 

Geschichte des Faustballsports

Von uns allen bekannten Spielen gehört Faustball mit zu den Ältesten. Schon der Dichter Plautus (3.Jhdt.v. Chr.) erwähnte zuweilen einen „Follis pugilatorius“, d.h. einen mit der Faust geschlagenen Ball und eine uns erhaltene römische Gedenkmünze des Kaisers Gordanius III um 240 n. Chr. zeigt drei Männer mit wuchtigen Faustbällen. Die älteste genaue Beschreibung des Faustballspielens und seiner Regeln stammt von Antonio Scaino, der sie 1555 in Venedig niederschrieb. Danach traten zum „Ballspiel“, dem Volksspiel der Italiener, auf jeder Seite drei Spieler einander entgegen. Man spielte auf einem Platz von 90×20 Meter, der durch ein gespanntes Band oder durch eine Leine am Boden geteilt war und benutzte einen Ball von 36 cm Durchmesser und über einem Kilogramm Gewicht. Der stark aufgepumpte Ball war mit einer Lederhülle gepanzert. Natürlich konnten Schläge mit einem solchen Ball nicht mit bloßem Arm ausgeführt werden. Die Spieler steckten deshalb ihren Arm in einen zwei Kilo schweren hölzernen Schutzärmel, „Bracciale“ genannt, der sogar mit Spitzhöckern versehen und durch einen Griff festgehalten wurde. Auch Goethe beschreibt den Besuch eines solchen Spieles am 16. September 1786 in Verona in seiner „Italienischen Reise“.

Die Geschichte des internationalen Faustballsportes begann am 3. August 1937 mit einem Drei-Länderkampf zwischen Südmähren, Österreich und Deutschland. Das erste offizielle Länderspiel bestritten Österreich und Deutschland am 19. Juli 1953. Der Internationale Faustballverband wurde am 30. Jänner 1960 in Frankfurt gegründet. Die ersten Weltmeisterschaften fanden 1968 mit Faustballern aus acht Länder in Österreich statt.

– ÖFBB